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EINE MEHR ALS TAUSENDJÄHRIGE GESCHICHTE

Als Graf Siegfried um das Jahr 963 seine Ländereien gegen eine kleine, verlassene Burg mit Namen "Lucilinburhuc" austauschte, war dies das erste Mal, daß Luxemburg geschichtlich erwähnt wurde.


Charte d'échange de l'an 963

Diese Burg stand auf einem Felsvorsprung, mitten im heutigen Stadtgebiet. Während des Mittelalters konnte das Haus Luxemburg seine Besitztümer ausbreiten und so seine Macht verstärken. Das zwischen 963 und 1443 unabhängige Land war zuerst eine Grafschaft, dann Herzogtum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Zahlreiche Könige und Kaiser, die die Geschichte des 14. Jahrhunderts geprägt haben, stammten aus dem Hause Luxemburg: Heinrich VII., Kaiser und Herzog von Luxemburg, Johann der Blinde, Graf von Luxemburg und König von Böhmen, sein Sohn Karl IV., der der Stadt Prag ihre Größe verlieh, Wenzel II. und Sigismund, Kaiser und Könige von Böhmen.

Von 1443 bis 1815 (Datum des Wiener Kongresses) ist Luxemburg Teil der belgischen Provinzen, die nach der Herrschaft des Hauses Burgund (1443-1506) und der Spanier (1506-1684) von Frankreich annektiert wurden (1684-1697). Am Ende des spanischen Erbfolgekriegs ergreifen im Jahre 1714 die Österreicher Besitz vom Herzogtum Luxemburg und 1795, während der Französischen Revolution, wird es wieder an Frankreich angegliedert. Dieses Gerangel um Luxemburg ist einerseits auf seine strategische Position in Europa und andererseits auf seine mächtige Festung, auch "Gibraltar des Nordens" genannt, zurückzuführen.


Plan manuscrit de la Forteresse de Luxembourg (1720)

Auch nach der Niederlage Napoleons erkannten die Alliierten dieser Epoche weiterhin die Wichtigkeit dieser Festung und entschieden auf dem Wiener Kongress von 1815, einen Staat um diese Festung zu bilden: das heutige Großherzogtum Luxemburg. Aus strategischen Gründen wurde eine Personalunion zwischen dem König der Niederlande und dem neuen Großherzog Luxemburgs geschaffen. Gleichzeitig mußte Luxemburg bis 1867 dem Deutschen Bund beitreten. Im Jahre 1830 jedoch beteiligte sich das Großherzogtum aktiv an der Belgischen Revolution und wurde als Provinz im belgischen Königreich aufgenommen.

Durch die Vorkehrungen des Londoner Abkommens von 1839 wird der östliche Teil der luxemburgischen Provinz von Belgien abgetrennt, um das heutige Großherzogtum Luxemburg zu bilden. 1841 erhält Luxemburg seine erste Verfassung, und als 1867 der Londoner Kongress die "immerwährende Neutralität" des Großherzogtums erklärt, bedeutet dies den Rückzug der preußischen Garnisonstruppen aus der Festung Luxemburg und das Schleifen der Verteidigungsanlagen. Das Haus Nassau-Weilburg ersetzt ab 1890 die Herrschaft der Oranien-Nassau. Auch wenn die Unabhängigkeit während des Ersten und Zweiten Weltkriegs oft in Frage gestellt wurde, verstärkten diese schwierigen Zeiten jedoch die Solidarität zwischen den Einwohnern und gaben ihnen das Gefühl, Mitbürger eines Landes, einer Nation zu sein.

Als eines der Gründungsländer spielt Luxemburg eine wichtige Rolle im Aufbau eines vereinigten Europas, denn bereits 1952 wird Luxemburg Sitz der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Auch heute noch ist Luxemburg Standort wichtiger europäischer Behörden.

Trotz seines kosmopolitischen Charakters konnte Luxemburg seine Originalität bewahren. Hier ist vor allem die eigenständige Nationalsprache, das "Lëtzebuergesch", zu erwähnen.

Durch seine Lage an der Kreuzung der lateinischen und germanischen Kultur und seine Geschichte erweist sich Luxemburg als besonders dazu geeignet, sich unter dem Aspekt seiner vier charakteristischsten Facetten entdecken zu lassen. Dazu zählen:

  • Eine starke nationale Identität;
  • Ein wahrer europäischer Schmelztiegel;
  • Reiche und abwechslungsreiche Industrievorkommen;
  • Ein feierndes Volk.


  
 
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